Seit fast zwei Jahrzehnten wächst der Vinyl-Markt wieder, sowohl in Deutschland, als auch weltweit. Das ist kein kurzer Nostalgie-Moment. Es ist eine Treue zum Medium, die wächst, statt zu verblassen.
Vor dieser Zeit gab es eine massive Reduktion an notwendigen technischen Geräten und Besitz. Vereinzelte Geräte wie das Smartphone konnten immer mehr Funktionen übernehmen. Streaming und Digitalisierung verstärkten den Trend zu einem optimierten Alltag, ohne Sprung in der Platte oder Kabelsalat.

Dabei gewöhnen wir uns gerade an eine Welt voller filternder Algorithmen, die bestimmen, was wir sehen und hören. Spotify schlägt dir Songs vor, bevor du selbst danach suchst. Der Instagram-Feed sortiert nach deinem Klickverhalten. Und Netflix zeigt vor allem das, was beim großen Publikum ankommt.
Dabei geht etwas verloren. Die Lust, Dinge selbst zu besitzen und aus der riesigen Auswahl eigenständig zu wählen, holt die nächste Generation zurück an den Plattenspieler und ans Bücherregal.
Ohne die These überzustrapazieren, fällt es auf, dass auf vielen verschiedenen Ebenen das analoge Leben keinesfalls ersetzt wurde. Die Zeiten großräumiger Reduktion von physischen Medien scheinen einen Gegenwind zu erfahren, der bleibt.
In den USA hat der Markt für CDs 2026 wieder ein Wachstum erfahren, auch angeheizt durch einen 2000er Trend der GenZ. Das Kino hat sich generell wieder erholt mit spürbar mehr Besucher:innen als noch vor wenigen Jahren. Konzerte werden wieder mehr besucht und Merch, unter anderem CDs und Vinyl mitgenommen, um sich an den tollen Abend zu erinnern.
Die Vielfalt, die sich damit erleben lässt, will nicht aufgegeben werden oder ersetzt werden durch eine optimierte, aber leere Welt.

Jahrelang erzählte man die Geschichte, dass die GenZ die Welt des Analogen wieder für sich entdeckt.
David Sax’ Werk "The Revenge of Analog: Real Things and Why They Matter" zeigte schon vor 10 Jahren, dass sich eine Gegenbewegung entwickelt. Das Buch wurde ein internationaler Bestseller und stand auf Michiko Kakutanis (New York Times) Liste der zehn besten Bücher des Jahres.
Seine These, dass sich Analoges nicht verdrängen lässt, hat sich bestätigt. Physische Medien, so seine Überzeugung, kommen nicht aus Sentimentalität zurück, sondern weil sie etwas leisten, das digitale Erfahrungen einfach nicht ersetzen können.

Wir haben selbst von diesem Trend berichtet und werden es weiter tun. Vielleicht hast du noch Schätze in deinem Zuhause, die du weitergeben möchtest. Das Interesse steigt, und was bei dir nur ungenutzt herumliegt, ist womöglich genau das, wonach jemand anderes gerade sucht.

David Sax veröffentlichte das Buch 2016. Es wurde international zum Bestseller und schaffte es auf die Jahresbestenliste der New-York-Times-Kritikerin Michiko Kakutani.
Der Begriff stammt aus Kyle Chaykas gleichnamigem Buch und beschreibt, wie Empfehlungsalgorithmen von Plattformen wie Spotify oder Netflix weltweit zu immer ähnlicheren Trends und Ästhetiken führen, weil sie auf denselben Daten und Erfolgsmustern basieren.
Nachdem sie in den 1970ern bis in die Mitte der 1980er ihre Blütezeit erlebte, war die Schallplatte 2007 zum Nischenprodukt geworden. Seitdem erfährt das Medium ein gewaltiges Wachstum und ein Comeback.
Der Second Hand-Buchmarkt wächst gerade und wird vor allem durch ein gehobenes Interesse der GenZ, mehr Preissensitivität und einem Gedanken der Nachhaltigkeit gefördert.
Diese werden jeden Tag neu berechnet auf der Grundlage vieler Aspekte. Je mehr Nachfrage für ein Produkt da ist, so macht sich dies auch beim Preis bemerkbar.

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Second hand hat sich in Europa in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wie verändern sich die Erwartungen der Kunden?

Physische Medien erleben ein beeindruckendes Comeback, aus verschiedenen Gründen. Wir schauen uns das genauer und stellen die These auf: Die Zukunft ist hybrid!