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Tipps um Echtpelz von Kunstpelz zu unterscheiden

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Immer mehr Menschen möchten auf Echtpelz verzichten, denn Bilder und Berichte von Pelzfarmen schockieren zutiefst. Und da Kunstfell immer "echter" wirkt, fragen sich viele, wieso mann nicht komplett auf Echtpelz verzichten kann. Wer vegan lebt, verwendet ohnehin keinerlei tierische Bestandteile, weder in der Ernährung noch bei Kleidung, Accessoires und Wohntextilien. Doch echtes Fell von Kunstpelz zu unterscheiden scheint immer schwerer zu werden. Grundsätzlich müssen Hersteller es deklarieren, wenn sie „nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ verwenden - das gilt zum Beispiel für Leder, Naturdaunen oder Horn. Ob die Pelz-Umrandungen an Kapuzen, Säumen und Ärmelabschlüssen vom Tier stammen oder aus synthetischem Material bestehen, lässt sich damit jedoch nicht immer einwandfrei belegen. Die Frage bleibt also, wie kann ich Echtpelz von Kunstpelz unterscheiden?

Kunstpelz oder Echtpelz – was ist der Unterschied?

Fake-Fur oder Echtpelz

Optisch und haptisch ist der Kunstfell Echtfell Unterschied mittlerweile kaum auszumachen. Synthetische Fasern lassen sich so verarbeiten, dass sie sich wie echtes Fell anfühlen. Das bedeutet jedoch noch längst nicht, dass die Hersteller deshalb mehr Kunstfell verwenden. Ganz im Gegnteil sogar - eine Prüfung pelzverbrämter Jacken der Tierschutzstiftung „Vier Pfoten“ ergab jedoch, dass 51 Prozent der getesteten Produkte nicht vorschriftsmäßig ausgezeichnet waren. Insbesondere günstige Kleidung enthielt, anders als deklariert (jd vielleicht auch gedacht), oftmals Echtfell. Doch wie kann ich das ganze jetzt unterscheiden? Ein genauer Blick und einige Trickshelfen dabei, Kunstpelz zu erkennen und von Echtfell abzugrenzen:

  • Auseinanderziehen: Echtpelz sitzt üblicherweise auf der Haut/dem Leder. Zieht man das Fell auseinander, lässt sich das Trägermaterial erkennen. Fake Fur liegt auf einer gewebten Textilschicht, echtes haftet an Leder.
  • Die Pusteprobe: Bei einem sanften Puster über die Oberfläche dreht sich echtes Fell zur Seite, und die feine Unterwolle wird sichtbar. Kunstfell dagegen bleibt in der Regel starr.
  • Die Sichtprobe: Künstliche Fell-Elemente sind meist gleich lang und gerade geschnitten, anders als bei echtem Tierhaar. Dieses zeichnet sich durch eine spitz zulaufende und ungleichmäßige Länge aus.
  • Die Feuerprobe: Zieht man einzelne Haare aus der Fellverbrämung heraus und zündet sie an, schmilzt Kunstpelz und verbreitet einen Kunststoffgeruch. Echtes Fell verströmt dagegen einen Horngeruch, der dem verbrannter menschlicher Haare gleicht.

Tipp: Angesichts innovativer Produktionsmethoden von Kunstfell und zahlreicher Methoden, Echtpelz zu verändern, ist eine 100-prozentige Unterscheidung kaum machbar. Wird Fell stark verarbeitet und gefärbt, können der typische Geruch sowie weitere Merkmale so verändert werden, dass Echt- wie Kunstpelz wirkt. Auf Nummer sicher gehen Käufer, wenn sie auf deutlich sichtbare Fake Furs setzen, wie etwa Teddyfell.

Welche Marken verwenden echten Pelz?

Kann man anhand eindeutiger Merkmale bereits den Kunstpelz erkennen, hilft dies bei der Kaufentscheidung. Ein weiteres Indiz kann jedoch auch die Marke sein. Während immer mehr Brands auf echte Tierhaare verzichten, verwenden andere für bestimmte Details noch immer Echtfell. So verzichten unter anderem Chanel, Prada und Gucci mittlerweile auf Echtpelz und setzen auf die Fake-Fur-Varianten. Andere gehen den umgekehrten Weg und verzieren insbesondere Jacken und Accessoires wie Mützen mit echtem Fell. Ein bekanntes Beispiel ist die Marke Woolrich. Der US-amerikanische Hersteller ist für extra warme Daunenjacken bekannt. Nicht nur die Daunen stammen von Tieren, in diesem Fall von Wasservögeln wie Enten und Gänsen, auch die Kapuzen-Umrandungen stammen von Pelztieren wie Waschbären. Die Outdoor-Brands Sportalm und Eisbär sind ebenfalls bekannt dafür, auf echten Pelz zu setzen.

Warum wird Echtpelz immer noch Kunstpelz vorgezogen?

Die Verwendung von Echtpelz befremdet heutzutage viele Verbraucher. Schließlich kommen mittlerweile fortschrittliche Methoden zum Einsatz, um synthetische Fasern zu verarbeiten. Sie sind dann so weich und flauschig wie das Fell von Waschbär, Nerz, Kaninchen und Co. Welche Gründe gibt es also, noch immer auf die echte Variante zu setzen statt auf Kunstpelz auszuweichen? Die Antwort ist einfach: Echtes Fell ist häufig sehr günstig zu haben. So bekommt man zum Beispiel das Fell von Marderhunden für wesentlich weniger Geld angeboten als hochwertig verarbeitetes Kunstfell. Leider deutet diese Tatsache auf die Haltungsbedingungen hin. Schätzungen der Tierschutzorganisation Peta zufolge werden jährlich rund 110 Millionen Tiere in Pelzfarmen gehalten und getötet. Neben Mardern sind das Nerze, Füchse und in China auch Hunde und Katzen.

Kann der Preis Aufschluss geben?

Ob es sich bei Fell-Elementen an Kleidung und Accessoires um Echt- oder Kunstpelz handelt, ist keine Frage des Preises. Fake Fur aus hochwertigen synthetischen oder natürlichen Fasern kann in der Herstellung sehr aufwendig und entsprechend teuer sein. Echter Pelz dagegen stammt womöglich aus schlechten Haltungsbedingungen und wird billig angeboten. Auch auf die Kennzeichnung ist nicht immer Verlass. Wer auf Echtpelz verzichten möchte, greift daher besser zu garantiert pflanzlichen Materialien und Synthetiks.


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